Gedanken zur Straßenfotografie „Der Tanz mit der Kamera“

Es gibt unendlich viele Variationen eines Bewegungsablaufes. Das Repertoire menschlicher Bewegung ist so vielfältig, das man es kaum mit Worten beschreiben kann. Versteht man Bewegung als Ausdrucksform, sieht man die Welt mit anderen Augen. Eine der elegantesten Sprachen in diesem Feld ist für mich der Tanz.

Nichts passt besser zu meiner Definition von Fotografie als die Vorstellung des Tanzes mit der Kamera. Das verstand auch Michael Ballhaus, der Meister der flüssigen Kamerafahrt. Allerdings beschäftigte sich Ballhaus mit dem bewegten Bild vom bewegten Menschen. In der Fotografie ist das etwas anders. Die Fotografie wurde hier leider um eine Dimension beraubt.

Auf der Suche nach dem dynamischen Einzelbild suchte ich nach einer Art Flow in meiner Fotografie. Wenn ich als Straßenfotograf unterwegs bin erlebe ich an guten Tagen oft eine Veränderung meiner Wahrnehmung. Ein versteckter Schalter in meinem Kopf legt sich um und ich tauche in den Bewegungsfluss meiner Umgebung ein. – In diesem Moment werde ich vom Beobachter zum Teilnehmer.